Der Absinth-Rausch – nur ein Mythos?

Absinth, ein Modegetränk aus vergangenen Zeiten, wurde erstmals im 18. Jahrhundert in der Schweiz als Heilelixier hergestellt. Bei Absinth handelt es sich um ein alkoholisches Getränk, hergestellt aus den Kräutern Wermut, Anis, Fenchel sowie weiteren unterschiedlichen Kräutern, die je nach Rezept etwas variieren. Früher bekannt als „Künstlerdroge“, hat Absinth auch heute immer noch den Ruf, berauschende Zustände hervorzurufen und magische Eigenschaften zu haben.

Die leuchtend grüne Farbe, die viele Absinthsorten aufweisen, stammt vom Chlorophyll der verschiedenen Kräuter und ist somit natürlicher Herkunft. Da für die Herstellung vor allem bitter schmeckende Kräuter verwendet werden, gilt Absinth als Bitterspirituose, wobei der Geschmack nicht unbedingt bitter ist.

Berühmte Absinth-Trinker wie Charles Baudelaire, Vincent van Gogh, Oscar Wilde, Ernest Hemingway und Paul Gauguin bezeichneten die Spirituose als „Die grüne Fee“. Vermutlich wurde die Fantasie dieser Persönlichkeiten dermaßen angeregt, dass sie Feen und anderen mystische Gestalten sahen.

Berühmte Absinth-Trinker waren Vincent van Gogh, Oscar Wilde und Ernest Hemingway
Berühmte Absinth-Trinker waren Vincent van Gogh, Oscar Wilde und Ernest Hemingway

Der Grund hierfür ist Wermut, der in Absinth enthalten ist. Dieses Kraut enthält Thujon, welches ein starkes Nervengift ist und bei vermehrter Konsumation zu Halluzinationen, epileptischen Anfällen und psychischen Schäden führen kann. Auch eine gesundheitsschädigende und abhängig machende Wirkung wurde festgestellt. Aufgrund dieser Erkenntnis war Absinth nach dem Ersten Weltkrieg lange Zeit verboten – sowohl in vielen europäischen Ländern, als auch in den USA.

Jahre später fand man mithilfe von Tests heraus, dass zwar der hohe Gehalt an Thujon eine besonders berauschende Wirkung auf den Menschen hatte, Absinth jedoch auch einen reichlich hohen Alkoholanteil hat (meist zwischen 45 und 90 Prozent) und deshalb die Menschen in einen Schwebezustand versetzte.

Seit 1998 ist sowohl die Herstellung, als auch der Verkauf und Genuss von Absinth in der EU wieder erlaubt. Der heute geltende europäische Grenzwert für Thujon liegt bei 35mg pro Liter.

Aufgrund des hohen Alkoholgehalts wird Absinth traditionell mit Wasser vermengt getrunken. Man legt einen Absinthlöffel auf das mit Absinth gefüllte Glas und darauf ein Stück Würfelzucker. Diesen Zucker beträufelt man solange mit Wasser, bis dieser sich vollständig aufgelöst hast.

Bei diesem Vorgang opalisiert die Flüssigkeit, das bedeutet, dass sich der Absinth milchig eintrübt. Grund hierfür ist die schlechte Wasserlöslichkeit des im Absinth enthaltenen ätherischen Öls Anethol. Das Mischverhältnis von mindestens 1:3 wird von den meisten Absinthtrinkern bevorzugt.

Foto / Quelle: pixabay, Expert24

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